12 sofort einsetzbare Eisbrecher
Diese Sammlung umfasst 12 sofort einsetzbare Eisbrecher. Dazu gehören kurze Namens- und Verbindungsspiele (5 bis 10 Minuten) sowie längere Mixer. Wir haben sie entwickelt, um die Nervosität am ersten Tag zu senken, das Lernen der Namen zu beschleunigen und gruppenübergreifende Verbindungen zu schaffen. Jede Aktivität enthält altersgerechte und raumgerechte Anleitungen, Zugänglichkeitsoptionen, Materiallisten, Tipps zum Tempo und einfache Messgrössen, damit die Betreuenden sicher planen und die frühe soziale Integration messen können.
Enthaltene Elemente
- Kurze Namens- und Verbindungsspiele (5 bis 10 Minuten) für ein schnelles Auflockern und zum Üben der Namen.
- Längere Mixer (15 bis 30 Minuten), die gruppenübergreifende Verbindungen vertiefen und Vertrauen aufbauen.
- Altersangaben: Vorschläge für Vorschul-, Primar- und Teenagergruppen.
- Raumangaben: Möglichkeiten für kleine Innenräume, grosse Aussenflächen und gemischte Räume.
- Zugänglichkeitsoptionen: visuelle Hilfen, reizarme Alternativen, schriftliche Antwortformate sowie Helfer- und Austiegsrollen.
- Materiallisten: packbare Sets und Angaben pro 10 Camper für eine einfache Vorbereitung.
- Tipps zum Tempo: empfohlene Dauern, Übergangsskripte und Timer für einen flüssigen Ablauf.
- Einfache Messgrössen: kurze Checks, um Verbundenheit und das Engagement der Betreuenden zu erfassen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Beginnen Sie mit zwei oder drei kurzen Namens- und Verbindungsaktivitäten in den ersten 10 bis 30 Minuten (je 5 bis 7 Minuten). Danach folgt ein 15- bis 30-minütiger Mixer, der die gruppenübergreifenden Verbindungen vertieft.
- Wählen Sie das Spiel passend zu Alter, Gruppengrösse und verfügbarem Raum. Für Vorschulkinder eignen sich taktile, kurze Aktivitäten. Für die Primarstufe sind aktive, verspielte Spiele ideal. Bei Teenagern passen Paare oder kleine Gruppen mit geringer Preisgabe persönlicher Informationen.
- Messen Sie die Wirkung mit einfachen Mitteln: Stellen Sie beim Mittagessen eine einzige Frage – «Hast du einen neuen Freund gefunden?» –, fügen Sie am Ende jedes Blocks eine Abfrage von drei Namen hinzu und erfassen Sie die Teilnahmewerte der Betreuenden.
- Planen Sie Logistik und Sicherheit: Stellen Sie Materialsets pro 10 Camper bereit, nehmen Sie Timer und Abgrenzungsmarkierungen mit, planen Sie das Personal nach Alter mit Betreuungsschlüsseln von 1:6 bis 1:12+ und führen Sie vor jeder Aktivität Sicherheits- und Allergiechecks durch.
- Fördern Sie Inklusion mit Anpassungen und Rollen mit Austiegsmöglichkeit. Bieten Sie visuelle Hilfen, schriftliche Antworten, Helferrollen und reizarme Optionen, damit alle Camper mitmachen können.
Schnelle Umsetzungstipps
Bereiten Sie das Material am Vortag vor und stellen Sie pro 10 Camper ein kleines Set zusammen. Instruieren Sie die Betreuenden zu Skripten und Sicherheitschecks und führen Sie eine 5-minütige Demonstration für das Team durch. Erfassen Sie einfache Messgrössen vor dem Mittagessen und am Ende des Blocks, um die frühe soziale Integration zu messen.
https://youtu.be/
Die besten Eisbrecherspiele – 12 einsatzbereite Skripte
Name und Bewegung
Alter: 5–12; Gruppengrösse: 6–20; Dauer: 5–10 Min.; Material: keines.
Skript: «Stellt euch im Kreis auf. Ich fange an. Sag deinen Namen laut und mach einmal eine eigene Bewegung.» Beispiel der Betreuungsperson: «Ich bin Alex» + Drehung. «Die nächste Person im Uhrzeigersinn sagt ihren Namen und macht eine eigene Bewegung. Die Gruppe wiederholt Name und Bewegung einmal.» Weiterführen; pro Runde höchstens 15 Sekunden. Nach 5 Minuten: «Kleine Herausforderung: Alle, die ihren Namen gehört haben, klatschen einmal für die Person, die gerade gesprochen hat!»
Zugänglichkeit: nur verbale Vorstellung oder Hilfe mit einer Namenskarte erlauben.
Messung: Nach 10 Minuten 6 Camper bitten, 3 Personen zu nennen.
Zwei Wahrheiten und eine Lüge
Alter: 10–17; Gruppengrösse: 6–12; Dauer: 10–15 Min.; Material: Karteikarten.
Skript: «Nimm dir eine Karteikarte. Schreib drei kurze Aussagen über dich: zwei wahre und eine falsche … Du hast 2 Minuten Zeit zum Schreiben.» Dann: «Wir gehen der Reihe nach … lest eure drei Aussagen vor … Alle anderen haben 30 Sekunden, um eine Verständnisfrage zu stellen, und stimmen dann ab …»
Zugänglichkeit: Betreuungsperson oder Gleichaltrige können lesen und schreiben; bei Bedarf mehr Zeit.
Messung: Anteil richtiger Vermutungen erfassen.
M&M-/Bonbon-Fragen
Alter: 7–14; Gruppengrösse: 6–20; Dauer: 8–12 Min.; Material: je 5 Bonbons oder Marken.
Skript: «Jede Person nimmt 5 Bonbons … wähle eine Farbe, beantworte die dazugehörige Frage, dann isst du das Bonbon bzw. legst die Marke ab und gibst den Zug an die nächste Person weiter.» Die Farbtabelle wird laut vorgelesen.
Zugänglichkeit: Karten und nicht essbare Marken bereitstellen.
Messung: 6 Camper nennen lassen, zwei Fakten, die sie gelernt haben.
Menschlicher Knoten
Alter: 9–17; Gruppengrösse: 8–12; Dauer: 15–20 Min.; Material: keines.
Skript: «Bildet einen Kreis und greift über Kreuz nach den Händen zweier verschiedener Personen … Haltet nicht die Hand der Person neben euch.» Dann: «Ohne loszulassen, entwirrt den Knoten …»
Zugänglichkeit: Version nur mit Worten oder eine Seilschlaufe für die Verbindungen anbieten.
Messung: Zeit bis zum Entwirren und Anteil der Gruppen, die unter 15 Minuten fertig sind.
Finde jemanden, der … / Camp-Bingo
Alter: 6–15; Gruppengrösse: 6–50; Dauer: 12–20 Min.; Material: Bingokarten und Stifte.
Skript: «Jede:r von euch hat eine Bingokarte … Findet verschiedene Personen, die zu jedem Feld passen, und lasst euch den Namen im Feld eintragen … Ihr habt 12 Minuten Zeit.»
Zugänglichkeit: Bildkarten für Kinder, die noch nicht lesen; Unterstützung durch Betreuende.
Messung: Anteil abgeschlossener Reihen.
Schnell-Kennenlernen
Alter: 10–17; Gruppengrösse: gerade Zahl ≥ 6; Dauer: 2 × 6–8 Min. (Runden); Material: Fragebögen.
Skript: «Bildet Paare. Ihr habt 3 Minuten Zeit, euren Partner mit dem Fragebogen zu befragen: stellt 2 Fragen … Dann wechselt die Rollen.»
Zugänglichkeit: schriftlicher oder visueller Austausch erlaubt.
Messung: Nach 2 Runden 8 Camper bitten, 2 Personen und je einen Fakt über sie zu nennen.
Strandball-Wurf
Alter: 6–14; Gruppengrösse: 8–30; Dauer: 8–12 Min.; Material: 1 Fragenball.
Skript: «Stellt euch in einem lockeren Kreis auf. Werft den Strandball … Wenn du ihn fängst, lies die Frage, auf die dein rechter Daumen zeigt, antworte in 20 Sekunden, sag deinen Namen und wirf weiter.»
Zugänglichkeit: Ball mit grosser Schrift oder eine vorlesende Person.
Messung: 6 Camper bitten, 3 Namen zu nennen.
Geschichtenkette
Alter: 7–13; Gruppengrösse: 8–20; Dauer: 10–15 Min.; Material: keines.
Skript: «Wir erfinden gemeinsam eine Geschichte. Ich beginne mit einem Satz: „Am ersten Tag im Camp tauchte ein winziges blaues Kanu am Ufer auf.“ Die nächste Person im Uhrzeigersinn fügt 1 oder 2 Sätze hinzu …»
Zugänglichkeit: schriftliche Weitergabe oder eine schreibende Person.
Messung: 4 Camper bitten, 2 Ereignisse wiederzugeben.
Partnerinterview
Alter: 6–11; Gruppengrösse: Paare; Dauer: 10 Min.; Material: Fragekarten.
Skript: «Bildet Paare. Jede Person hat 2 Minuten, um 2 vorgegebene Fragen zu stellen … Nachdem beide gesprochen haben, stellt euren Partner in einem Satz vor: Name + eine Sache, die ihr gelernt habt.»
Zugänglichkeit: Grossdruck oder Bericht der Partnerin bzw. des Partners.
Messung: Erinnerung von 6 Campern prüfen.
Stille Aufstellung
Alter: 8–15; Gruppengrösse: 6–20; Dauer: 8–12 Min.; Material: keines.
Skript: «Stellt euch ohne Worte in der Reihenfolge eures Geburtstags (Monat/Tag) oder eurer Schuhgrösse auf. Nur Gesten erlaubt. Ihr habt 5 Minuten.»
Zugänglichkeit: Flüstern oder Bildhinweise erlauben.
Messung: Anteil korrekt in der Zeit.
Komplimentekreis
Alter: 6–14; Gruppengrösse: 6–20; Dauer: 8–12 Min.; Material: Namenskarten und Marke.
Skript: «Setzt euch mit sichtbaren Namenskarten in einen Kreis. Gebt einen Holzchip weiter und sagt der Person ein kurzes Kompliment (höchstens 15 Sekunden).»
Zugänglichkeit: schriftliche Komplimente erlaubt.
Messung: 8 Camper fragen, ob sie sich wahrgenommen fühlten.
Gemeinsamkeiten
Alter: 9–17; Gruppengrösse: 6–12; Dauer: 10–15 Min.; Material: Flipchart-Bogen und Stift.
Skript: «Findet in eurer Kleingruppe 10 Dinge, die ihr alle gemeinsam habt. Schreibt sie auf das Blatt. Ihr habt 8 Minuten Zeit.»
Zugänglichkeit: visuelle Hilfen und Arbeit im Sitzen erlaubt.
Messung: Anzahl Gruppen zählen, die 10 Punkte erreichen. Tipps, wie Kinder schnell Kontakte knüpfen können, finden Sie unter schnell Freundschaften schliessen.
Kurzübersicht (Zeit und Gruppengrösse)
- Name und Bewegung: 5–10 Min.; 6–20
- Zwei Wahrheiten: 10–15 Min.; 6–12
- M&M-Fragen: 8–12 Min.; 6–20
- Menschlicher Knoten: 15–20 Min.; 8–12
- Bingo: 12–20 Min.; 6–50
- Schnell-Kennenlernen: 2 Runden; gerade Zahl ≥ 6
- Strandball: 8–12 Min.; 8–30
- Geschichtenkette: 10–15 Min.; 8–20
- Partnerinterview: 10 Min.; Paare
- Stille Aufstellung: 8–12 Min.; 6–20
- Komplimentekreis: 8–12 Min.; 6–20
- Gemeinsamkeiten: 10–15 Min.; 6–12

Warum Eisbrecher am ersten Lagertag wichtig sind
Wir wissen, dass die erste Stunde den sozialen Ton für die ganze Session setzt. Deshalb halte ich die Eröffnungsaktivitäten kurz und gezielt. Schnelle Namens- und Verbindungsspiele senken die Nervosität am ersten Tag, beschleunigen das Lernen der Namen und etablieren Gruppenregeln, die das Mischen über die Gruppen hinweg fördern.
Wir erzielen grosse Wirkung mit kleinem Aufwand: zwei oder drei kurze Übungen in den ersten 30 Minuten, gefolgt von einem längeren Mixer am Vormittag, bringen eine messbare Verbesserung der frühen sozialen Integration. Ich empfehle, diesen Ansatz mit einer einfachen Kontrolle beim Mittagessen und einer Namensabfrage am Tagesende zu kombinieren, um die Wirkung zu quantifizieren und für künftige Sessions anzupassen. Ideen, was man scheuen Campern sagen kann, finden Sie in unseren Vorschlägen für Gesprächsanfänge in der ersten Stunde im Camp: Gesprächsanfänge.
Tempo, Messung und schnelle Taktiken
Schnell starten, dann erweitern. Ich plane die ersten 10–30 Minuten für sehr kurze Namens- und Verbindungsaktivitäten (je 5–7 Minuten). So kommen die Namen in den Raum und die Anspannung sinkt. Danach folgt ein längerer Mixer (15–30 Minuten) am Vormittag, um gruppenübergreifende Verbindungen zu schaffen.
Mit diesen einfachen Messungen verfolgen Sie den frühen Erfolg:
- Mittagscheck (1 Frage): «Hast du heute einen neuen Freund gefunden?» – anonym und schnell auszuwerten.
- Namensabfrage am Tagesende: Camper nennen drei Namen von Gleichaltrigen; dies gilt als Anhaltspunkt für die soziale Integration.
- Beobachtungen der Betreuenden: Teilnahmewerte auf einer Skala von 1–5, um das Engagement in allen Gruppen zu erfassen.
Wenn Sie die Wirkung berichten, vergleichen Sie anonyme Namensabfragen vor und nach der Aktivität und geben Sie die Verhältnisse Betreuende zu Camper an, damit andere Teams die Ergebnisse nachvollziehen können. Wechseln Sie die Partner und nutzen Sie eine wiederholte Namensverstärkung (Name + Bewegung, Namenswiederholung in Paaren) während der ersten zwei Stunden, um das gruppenübergreifende Mischen zu fördern. Diese kleinen Taktiken verbessern Erinnerung und Selbstvertrauen rasch.
Betreuungsschlüssel, Richtwerte und Erfolgsmessgrössen
Nachfolgend finden Sie operative Richtwerte und Betreuungsschlüssel, die wir einhalten, um die oben genannten Ergebnisse zu erreichen:
- Betreuende pro Camper:
- 4–5 Jahre: 1:6
- 6–8 Jahre: 1:8
- 9–12 Jahre: 1:10
- 13 Jahre und älter: 1:12+
- Empfohlene Richtwerte:
- 60–80 % der Camper geben bis Ende des ersten Tages an: «Ich habe mindestens einen neuen Freund gefunden.»
- Mehr als 50 % der Primar- und Mittelstufen-Camper nennen nach dem ersten Aktivitätsblock drei Namen von Gleichaltrigen.
- Typische messbare Ergebnisse:
- Anteil der Camper, die mindestens einen neuen Freund angeben.
- Anteil der Camper, die sich nach dem ersten Aktivitätsblock an drei Namen erinnern.
- Teilnahmewerte der Betreuenden (1–5).
Praktische Hinweise, die wir am ersten Tag anwenden:
- Namensübungen lebendig halten: Name mit Bewegung verbinden, dann alle 3–5 Minuten wechseln.
- Paare und Kleingruppen mischen: so kommen die Namen schnell an, ohne scheue Camper zu überfordern.
- Schnelle Ausgangswerte erfassen: anonyme Zählungen vor den Aktivitäten und dieselbe Kontrolle nach dem ersten Block zum Vergleich.
- Betreuungsschlüssel pro Gruppe im Bericht dokumentieren, damit andere das Setup und die Ergebnisse nachbauen können.

Wie Sie die richtigen Eisbrecher auswählen (Alter, Gruppengrösse, Raum)
Wir wählen Eisbrecher, indem wir Alter, Gruppengrösse und verfügbaren Raum aufeinander abstimmen. Diese Kombination bestimmt das Risiko, die Behaglichkeit und die Art der Verbindung, die Camper knüpfen. Im Young Explorers Club planen wir zuerst kurze Erfolgserlebnisse und steigern dann Energie und Offenheit schrittweise.
Altersgerechte Hinweise
Nutzen Sie diese kurzen Regeln für jede Altersstufe:
- Vorschule (4–5): Spiele taktil, sehr kurz (3–5 Minuten) und wenig verbal halten. Vorhersehbare Bewegungen und weiche Requisiten verwenden, damit sich die Kinder sicher fühlen.
- Primarstufe (6–11): aktive, lustige Bewegungsspiele und Partnerinterviews bevorzugen. Ziel sind 5–15 Minuten, damit die Aufmerksamkeit hoch bleibt.
- Tweens und Teenager (12–17): Optionen mit geringer Peinlichkeit anbieten, die die Autonomie respektieren. Paar- oder Kleingruppenaktivitäten bevorzugen, in denen die Camper selbst bestimmen, was sie preisgeben, und sich dem Spektakel entziehen können.
Gruppengrösse, Raum, Entscheidungsmatrix und Abwägungen
Kleine Gruppen (6–10) eignen sich am besten für tiefere Gespräche; jedem Team eine Betreuungsperson zuweisen. Mittlere Gruppen (10–20) erlauben energiegeladene Teamspiele, bei denen dennoch alle drankommen. Ganzes Camp (30+) stärkt das Gemeinschaftsgefühl; Redebeiträge kurz halten und zügig vorankommen.
Drinnen: sitzende oder bewegungsarme Spiele, weiche Bälle und kleine Gruppen wählen, um Lärm und Sicherheit im Griff zu behalten. Draussen: das Feld für bewegungsintensive Mixer und Relays des ganzen Camps nutzen; klare Grenzen, Schatten und Wasserstellen einplanen.
Alter, Gruppengrösse und Raum den empfohlenen Spieltypen zuordnen:
- 4–5 Jahre + kleine Gruppe (6–8) + drinnen → Name und Bewegung (sitzend); Partnerinterview mit Bildern.
- 6–11 Jahre + kleine/mittlere Gruppe (6–20) + draussen → Finde jemanden, der …; Strandball-Wurf; Geschichtenkette.
- 12–17 Jahre + kleine Gruppe (6–10) + drinnen → Zwei Wahrheiten und eine Lüge (kurz); Schnell-Kennenlernen; Stille Aufstellung.
- Ganzes Camp (30+) + draussen → Gemeinschaftsspiele wie grosse Fangspiele, Chor-Rufe pro Zimmer und kooperative Staffeln.
Die Abwägungen ausgleichen: Grosse Spiele bringen Energie und Zusammenhalt, doch ruhigere Kinder können ins Abseits geraten. Kleine Spiele vertiefen Bindungen, begrenzen aber das Mischen über die Gruppen hinweg. Ich empfehle einen Mix: ein kurzes Namensspiel (5–7 Minuten), einen mittleren Mixer (15–20 Minuten) und danach eine längere Gemeinschaftsaktivität.
Beispielszenario, das wir verwenden: vierzig Camper im Alter von 8–10 Jahren, aufgeteilt in fünf Gruppen zu acht. Jede Gruppe absolviert drei Runden zu je 10 Minuten und danach eine 20-minütige Teamherausforderung. Wichtige Details:
- Runden (3 × 10 Minuten): Name und Bewegung; Partnerinterview; Finde jemanden, der ….
- Teamherausforderung (20 Minuten): Menschlicher Knoten oder Staffel.
- Personal: Betreuende rotieren, sodass jede Person eine Gruppe leitet (ca. 1:8).
- Unterstützung für ruhigere Camper: eine Buddy-Person zuweisen, Optionen mit geringer Preisgabe anbieten und Redebeiträge rechtzeitig ankündigen.
Weitere Unterstützung für ruhigere Camper finden Sie unter wie Camps soziale Fähigkeiten fördern.
Logistik, Sicherheit und Material (Checklisten und Skalierung)
Material- und Vorab-Checkliste für Aktivitäten (pro 10 Camper)
Dies sind die Sets und die Sicherheitschecks, die ich vor jeder Aktivität zwingend eingehalten sehen möchte.
-
Standardmaterial pro 10:
- 1 weicher Ball oder Strandball (empfohlen 1 pro 8 Camper)
- 10 Karteikarten
- 1 dauerhafter Filzstift (mindestens)
- 10 Namensaufkleber
- 10 farbige Marken (oder Bonbon-Alternativen)
- 2 Hütchen
- 1 Klemmbrett
- Gedruckte Fragenblätter (1 Blatt pro Paar oder Gruppe)
- 1 Pfeife
-
Alternatives packbares Set pro 10:
- 1 Strandball
- 10 Karteikarten
- 6 Filzstifte
- 10 Namensaufkleber
- 1 Klemmbrett
- 1 Pfeife
- Klebeband/Hütchen
-
Kurze Regeln pro Gruppe für die Skalierung:
- 1 Ball pro 8 Camper
- 10 Karteikarten pro 20 Camper
- 1 Filzstift pro 4 Camper
-
Vorab-Sicherheitscheckliste (vor jeder Aktivität einfügen):
- Bodencheck (kein Glas, keine Löcher, keine Wurzeln)
- Wetter-Check (Hitze, Blitz-Regeln)
- Schmuck ablegen, rutschfeste Schuhe prüfen
- Grenzen setzen mit Hütchen/Klebeband
- Zugang zur Trinkstation
- Allergie-/Gesundheitsbriefing für die Teilnehmenden
Zeitplanung, Personal, Skalierung sowie Hinweise drinnen und draussen
Ich plane die Zeit in klaren Blöcken, damit Aktivitäten nicht überlaufen. Aufwärmen und Namensspiele dauern jeweils 5–7 Minuten. Den Haupt-Eisbrecher plane ich für 15–30 Minuten. Für Auswertung und Übergang sind 5 Minuten vorgesehen. Daraus ergeben sich insgesamt Blöcke von etwa 25–45 Minuten.
Das Personal richtet sich nach altersabhängigen Schlüsseln:
- 1:6 für 4–5 Jahre
- 1:8 für 6–8 Jahre
- 1:10 für 9–12 Jahre
- 1:12+ für 13 Jahre und älter
Pro Gruppe eine leitende Fachperson und eine Helfer- bzw. Zeitwächterin einteilen und, wenn möglich, eine Springperson für Sicherheit oder Erste Hilfe hinzufügen. Bei Outdoor-Sitzungen muss immer mindestens eine Person mit Erste-Hilfe-Ausbildung anwesend sein.
Bei grösseren Camps Material vorsichtig vervielfachen. Beispiel: Bei 120 Campern bilde ich 15 Gruppen zu je 8 – dann das Set pro 10 mit 12 multiplizieren (aufgerundet) oder die Werte pro 8 verwenden. Das ergibt 15 Bälle, 120 Karteikarten und rund 15 Klemmbretter für die Leitungen. Die Leitungen lasse ich 15 Minuten früher kommen, zum Aufbauen und für einen raschen Durchgang. Bei grossen Anlässen beginnt die Materialkontrolle 30 Minuten vor der Ankunft.
Innenräume brauchen weichere oder gar keine Bälle, wenige Laufspiele, mehr laminierte Karten und zusätzliche Filzstifte. Draussen sind mehr Hütchen, mehr Bälle, eine Pfeife oder ein Megafon sowie zusätzliche Planung für Schatten und Wasser nötig.
Ausserdem bereite ich eine kurze Aufgabenliste für das Personal vor, bevor die Camper ankommen:
- Sets pro 10 zusammenstellen
- Namensschild-Station einrichten
- Fragenblätter drucken
- Rollen verteilen
- Kurzes Sicherheitsbriefing durchführen
Solche praktische Planung hilft Kindern, sich zu entspannen, und lässt sie sich auf die Verbindung konzentrieren – was es ihnen leichter macht, im Camp echte Freundschaften zu schliessen.

Inklusion & Zugänglichkeitsanpassungen (jedes Spiel machbar machen)
Wir im Young Explorers Club legen vor jedem Eisbrecher klare Inklusionsgrundsätze fest. Ich halte die Liste kurz, damit sich das Personal sie rasch merkt: nach Allergien fragen, nach Mobilität, nach Hör- oder Sehbedarf sowie nach sozialen Vorlieben; für jedes Spiel mindestens eine reizarme, bewegungsarme Option anbieten; visuelle Hilfen und zusätzliche Verarbeitungszeit für neurodivergente Camper bereitstellen; und eine Rolle mit Austiegsmöglichkeit erlauben, die dennoch Teilnahme ermöglicht, etwa als Beobachtende Person mit einer Berichtsaufgabe. In Personalbriefings die Stichworte inklusive Eisbrecher, Zugänglichkeitsanpassungen, reizarm, Rolle mit Austiegsmöglichkeit und visuelle Hilfen verwenden.
- Name und Bewegung: nur verbale Vorstellung (Name zweimal sagen) oder Bild-/Namenskarten erlauben; eine Assistenzperson kann einem Camper die Bewegungen vormachen.
- Zwei Wahrheiten und eine Lüge: schriftliche Aussagen annehmen, die vom Personal vorgelesen werden; 1–2 Minuten zusätzliche Schreibzeit geben; ein Ja/Nein-Format für Camper anbieten, die das bevorzugen.
- M&M-/Bonbon-Fragen: Bonbons durch farbige Scheiben oder Aufkleber ersetzen und Fragekarten im Voraus verteilen; Antworten als Bild oder schriftlich zulassen.
- Menschlicher Knoten: eine rein verbale Planungsvariante anbieten; eine Seilschlaufe oder ein Tuch als Verbindung nutzen, um körperliche Belastung zu verringern; mit Zustimmung der Gruppe einen Ausstieg erlauben.
- Finde jemanden, der … / Camp-Bingo: Karten mit Fotos für Nichtleser erstellen; eine sitzende Bingo-Alternative anbieten; das Personal kann beim Unterschreiben oder Erreichen helfen.
- Schnell-Kennenlernen: Camper schriftliche oder visuelle Impulse austauschen lassen; zusätzliche Zeit zur Verarbeitung einplanen; nonverbale Teenager mit geduldigen Gleichaltrigen oder einer Betreuungsperson zusammenbringen.
- Strandball-Wurf: Fragen in grosser Schrift drucken; eine Helferperson die Karten vorlesen lassen; für Camper mit eingeschränkter Mobilität den Wurf durch ein visuelles Glücksrad ersetzen.
- Geschichtenkette: eine Option mit Storyboard anbieten; Camper können das Blatt an eine schreibende Person weitergeben; Zeichnen als Beitrag statt Sprechen zulassen.
- Partnerinterview: bildgestützte Fragen und vorab aufgenommene Audiodateien verwenden; bei Camper mit Sprechschwierigkeiten berichten die Partnerinnen und Partner.
- Stille Aufstellung: nicht-motorische Messgrössen wählen (Buchstaben im Namen, Geburtstage), um körperliche Bewegung zu vermeiden; Flüstern oder Kartensortieren erlauben.
- Komplimentekreis: schriftliche Komplimente sammeln oder ein anonymes Glas verwenden; reine Zuhörrollen erlauben und Komplimente annehmen, ohne sprechen zu müssen.
- Gemeinsamkeiten: Beispiele für die Gruppen auf einem Flipchart-Bogen auflisten; Zeichnen oder Schreiben statt mündlicher Beiträge erlauben.
Checkliste vor dem Start (zum Kopieren)
- Allergien und Ernährungsbedürfnisse erfassen
- Mobilitätshilfen und Sitzbedarf notieren
- Sinnesempfindlichkeiten notieren (Geräusche/Licht)
- Kommunikationspräferenzen festhalten (mündlich/schriftlich/unterstützt)
- Buddy oder Hilfsperson zuweisen, wo nötig
Praktische Tipps, wie Gruppengespräche gefördert werden, finden Sie unter gesunde Kommunikation.
Erfolg messen, Beispiel-Stundenplan für den ersten Tag und Tipps für Leitende
Wir im Young Explorers Club messen die Wirkung des ersten Tages mit drei praktischen Messgrössen: einem Namenserinnerungstest, einer einfachen sozialen Selbsteinschätzung beim Mittagessen und einer Beobachtungscheckliste für Betreuende. Jede Messgrösse liefert schnelles, umsetzbares Feedback, das Sie vor Ort berechnen können.
Namenserinnerungstest – Methode und Richtwert
Nach etwa einer Stunde bitten Sie jede Camperin und jeden Camper, drei Gleichaltrige zu nennen. Berechnen Sie den Anteil, der das Ziel erreicht, so: (# Camper, die 3 nennen / Camper insgesamt) × 100. Ziel ist über 50 % nach dem ersten Aktivitätsblock bei Gruppen der Primarstufe. Beispiel: 30 von 50 Campern = 60 %.
Selbstauskunft zu sozialen Kontakten
Stellen Sie beim Mittagessen eine einzige Ja/Nein-Frage: «Hast du heute einen neuen Freund gefunden?» Zählen Sie die Ja-Antworten und rechnen Sie sie in Prozent um. Richtwert: 60–80 %, die bis Ende des ersten Tages mindestens einen neuen Freund angeben. Beispiel: 48/80 = 60 %.
Beobachtungscheckliste der Betreuenden
Verwenden Sie ein knappes Formular mit Teilnahmewerten (1–5), Notizen zum Engagement und Markierungen für scheue oder zurückgezogene Kinder. Kombinieren Sie diese qualitativen Notizen mit den Zählungen, um Kinder zu erkennen, die eine Paarung oder Nachbetreuung brauchen.
Einfache Erfassungswerkzeuge und schnelle Berechnungen
Verwenden Sie ein druckbares Strichlistenblatt mit Spalten für Camper-ID, Abfrage der 3 Namen (J/N), Freund beim Mittagessen (J/N) und Teilnahmewert. Klebepunkt-Abstimmung funktioniert schnell: Jeder Camper erhält einen Punkt für «Ich habe einen Freund gefunden», und die Punkte werden beim Mittagessen gezählt. Eine einminütige anonyme Ankreuzumfrage ist eine weitere einfache Option. Berechnen Sie den Anteil positiver Antworten, indem Sie die positiven Zählungen durch alle Camper teilen.
Beispiel für einen Vormittag mit 100 Campern (Aufteilung und Rotation)
Aufteilung in 12 Gruppen (je ca. 8). Personal: 12 leitende Fachpersonen + 2 Springpersonen.
- 8:30–8:40 Ankunft und Check-in-Namensspiel (Name und Bewegung; 5–7 Min.).
- 8:45–9:05 Eisbrecher pro Gruppe oder Zimmer (Partnerinterview oder M&M; 15–20 Min.).
- 9:15–9:35 Aktives Spiel für das ganze Camp (Finde jemanden, der … oder Strandball-Wurf; 20 Min.).
- 12:00 Mittagscheck und Ein-Frage-Umfrage: schnelle Zählung von Ja/Nein.
Beispieldaten zum Weitergeben
Vergleichen Sie die anonyme Ausgangslage vor der Aktivität (Basiswert ohne Namen) mit der Erinnerung nach der Aktivität. An unserem Beispieltag gaben 65 % an, bis zum Mittagessen einen neuen Freund gefunden zu haben, und 58 % konnten nach dem ersten Block drei Namen von Gleichaltrigen nennen.
Dos und Don’ts für Leitende, Vorbereitung des Personals und schnelle Vorlagen
Nachfolgend finden Sie knappe Listen, die Leitende am ersten Tag verwenden können.
Dos
- Begeisterung vorleben und Namen laut wiederholen.
- Spiele kurz halten und eng terminieren.
- Gruppenmitglieder zwischen den Blöcken rotieren lassen.
- In jeder Aktivität Techniken zur Namenswiederholung einsetzen.
- Rückmeldungen schnell einholen und 2 Minuten nachbesprechen.
- Material 10–15 Minuten vor der Ankunft vorbereiten.
Don’ts
- Keinen körperlichen Kontakt erzwingen.
- Keine allzu persönlichen Fragen stellen.
- Scheue Camper nicht in den Mittelpunkt stellen.
- Lange Redebeiträge die Gruppe nicht ausbremsen lassen.
Personalvorbereitung und Checkliste
- Ankunft: Leitende +15 Minuten; vollständige Materialkontrolle +30 Minuten.
- Material: Namensschild-Station, gedruckte Impulse, Sets pro 10.
- Rollen: leitende Fachperson, Helfer- bzw. Zeitwächterin, Springperson für Sicherheit.
Felder der druckbaren Strichliste
- Name bzw. ID des Campers
- Abfrage der 3 Namen (J/N)
- Freund beim Mittagessen (J/N)
- Teilnahme (1–5)
- Notizen
Verwenden Sie Timer und eine Helferperson, um Antwortzeiten von 15 bis 30 Sekunden einzuhalten. Gehen Sie früh durch die Gruppen, um Kinder zu erkennen, die eine gezielte Paarung brauchen. Ideen, wie man den Gruppenaustausch und das Wohlbefinden der Camper verbessert, finden Sie unter wie Camps gesunde Kommunikation fördern.




