Wir empfehlen für jede Familienwanderung in der Schweiz diese Ausrüstung im Rucksack: passende, eingelaufene Schuhe, Schichtenkleidung mit wasserdichter Regenjacke, Sonnenschutz sowie Wasser und Snacks. Dazu packen Sie ein Erste-Hilfe-Set, ein geladenes Handy und eine Landeskarte ein. Die Wegfarbe nach der SAC-Wanderskala und das Wetter bestimmen, wie viel Ausrüstung die Tour verlangt. Planen Sie ausserdem grosszügig die doppelte Gehzeit ein.
Auf YouTube ansehenDas gehört in den Familienrucksack: Die Packliste für Deine Wanderung in der Schweiz
Für Deine Familienwanderung gehören passende Schuhe, Schichtenkleidung samt Regenjacke, Sonnenschutz, Wasser und Snacks, ein Erste-Hilfe-Set, ein geladenes Handy, eine Karte und etwas Spielzeug für die Pausen in den Rucksack. Unsere Packliste erklärt kurz, warum jeder Punkt dabei ist.
Die Basis für jede Wanderung
Diese vier Punkte kommen immer mit:
- Schuhe: Passende, eingelaufene Wanderschuhe für Kinder. Die Schweizer Wanderwege nennen Schuhe das wichtigste Ausrüstungsteil für Kinder. Blasenpflaster sind nur eine Notlösung. Lass Dein Kind die Schuhe deshalb vorher auf einer kürzeren Strecke einlaufen.
- Kleidung: Nach dem Zwiebelprinzip mehrere Schichten, dazu eine schnell trocknende Wanderhose, eine wirklich wasserdichte Regenjacke, eine warme Jacke und Wechselwäsche. Alles andere darf aus dem Alltagskleiderschrank kommen. Ein Spezialkauf lohnt sich nur für Schuhe, Hose und Regenjacke, weil Kinder schnell wachsen.
- Sonnenschutz: Sonnenhut, Sonnencreme und Sonnenbrille. Regen-, Kälte- und Sonnenschutz gehören laut SAC immer in den Rucksack.
- Verpflegung: Genügend Wasser, Snacks und ein Picknick für Kinder und Eltern.
Die meisten Unfälle beim Wandern passieren durch Ausrutschen, Stolpern oder Stürzen (BFU; SAC). Schuhe mit gutem Profil sind deshalb die wichtigste Einzelmassnahme. Im Normalfall klappt das gut: Laut BFU-Erhebung 2025 tragen 83 % der Personen auf Wander- und Bergwanderwegen Trekking-, Wander- oder Bergschuhe (1 387 Befragte). Die BFU-Bergwanderstudie 2020 zeigt, dass ausländische Gäste öfter Turnschuhe oder ungeeignetes Schuhwerk tragen. Die Unterschiede fallen statistisch kaum ins Gewicht.
Essen, Pausen und Spass unterwegs
Regelmässig ein bisschen essen und trinken beugt einer Unterzuckerung vor. Obst, Gemüsesticks und Brote mit dem Lieblingsaufstrich eignen sich als Znüni. Ein Kühlelement im Proviant dient später als kaltes Trinkwasser. Quengeln, Bauchweh oder Trödeln sind oft Zeichen für Durst oder Unterzucker, nicht für fehlende Lust. Pack also lieber mehr Verpflegung ein.
Plane kurze Pausen von 3 bis 5 Minuten ein: Rucksack ab, trinken, tief atmen. Später folgt eine längere Spielpause mit Zapfen-Zielwurf, Farbensuche im Wald oder Steinmännchen, wo das erlaubt ist. Kleinkinder in der Trage bewegen sich kaum. Sie frieren oder schwitzen schneller als die Erwachsenen.
Für Kleinkinder ab etwa 8 Monaten gibt es Kraxe oder Kindertrage, einen eigenen Kinderrucksack tragen Kinder ab 3 Jahren. Der SAC-Grundsatz lautet: leicht packen. Dein Kind trägt höchstens das eigene Kuscheltier, Wasser und Snacks.
Für die Motivation sorgen ein Insekten-Set mit Lupe, eine Naturfibel, ein Kartenspiel, wasserlösliche Stifte zum Steine-Anmalen und kleine Behälter für «Naturschätze». Das Taschenmesser ist laut Deuter nur für grössere Kinder gedacht, Schnitzmesser gibt es für Kinder ab vier Jahren. Wer mit anderen Familien wandert, motiviert die Kinder zusätzlich. Mach zu Hause klare Handyregeln ab, denn jeder Akku ist mal leer. Zeckenzange und Insektenschutz sind praktische Zusätze.
Planst Du mehr als eine Tageswanderung, hilft die Materialliste des Clubs als Orientierung. Die Packliste fürs Sommerlager ergänzt sie.

Notfall-Ausrüstung: Erste Hilfe, Handy, Karte und Notrufnummern
Für den Notfall gehören laut SAC ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke und ein Mobiltelefon immer mit. Familienleben.ch ergänzt für Kinder Blasenpflaster und ein Handy mit geladenem Akku. Eine Powerbank ist eine sinnvolle Ergänzung. Mehr zur Vorbereitung lesen Sie in unserem Beitrag zur Wandersicherheit für Kinder. Wie Sie die Höhenkrankheit bei Kindern vorbeugen, erklären wir dort ebenfalls.
Diese Nummern sollten Sie kennen:
- 112: allgemeiner Notruf, in der Schweiz und der EU
- 1414: Rega
- 144: Sanität
- 117: Polizei
- 118: Feuerwehr
- 145: Tox-Zentrum bei Vergiftungen
Im Wallis gilt für die Rega die 144. Die 112 funktioniert auch bei gesperrter SIM-Karte oder gesperrtem Gerät.
Die Rega empfiehlt, wenn möglich über die Rega-App zu alarmieren. Sie überträgt die Koordinaten automatisch. Nach einem App-Alarm sieht die Einsatzleitung auch den Akkustand und die Personalien. Voraussetzung sind aktivierte GPS-Ortung und ausreichend Mobilfunkempfang. Installieren Sie die App deshalb vor der Wanderung und aktivieren Sie die Ortung.
Handy und Karte ergänzen sich. Die App braucht Netz und Akku, die Papierkarte nicht. Die Ortung über Mobilfunkantennen ist im Gebirge ungenau und kann um mehrere Dutzend Kilometer abweichen. Nehmen Sie darum trotz GPS eine Landeskarte im Massstab 1:50 000 oder 1:25 000 mit.
Für den Anruf hilft ein kurzer Merksatz: Koordinaten, Kanton, Ortschaft, Flurname, markante Punkte, Rückrufnummer. Ein Rettungshelikopter braucht einen hindernisfreien Landeplatz von 25 × 25 m. Zu den Alarmgründen zählen auch schwer verletzte oder schwer erkrankte Kinder.
Bei einem Unfall gehen Sie so vor: Schützen Sie Verletzte vor Gefahren, Witterung und Kälte. Leisten Sie Erste Hilfe und alarmieren Sie die Rettungskräfte. Lassen Sie Verletzte nicht allein. Achten Sie dabei auch auf Ihre eigene Sicherheit.

Weg, Wetter und Zeit: So passt Du die Packliste an Eure Tour an
Die Farbe der Wegweiser zeigt, was Euch erwartet. Familien mit kleinen Kindern bleiben in der Regel auf gelben Wanderwegen (T1). Die SAC-Wanderskala gibt es seit 2002, sie reicht von T1 bis T6. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung:
- Gelb, T1: Der Weg ist gut gebahnt, Absturzgefahr ist weitgehend ausgeschlossen. Turnschuhe genügen, die Orientierung klappt meist ohne Karte.
- Weiss-rot-weiss, T2 (Bergwanderweg): Das Gelände ist teils steil, Absturzgefahr besteht. Verlangt werden Trittsicherheit und Orientierungsvermögen. Das ASTRA-Handbuch nennt unter anderem topografische Karten.
- Weiss-blau-weiss (Alpinwanderweg): Die Route führt teils durch weglosses Gelände, über Schneefelder und Geröll. Familien sollten hier nicht ohne Erfahrung unterwegs sein.
Für Eure Familienwanderung Packliste Schweiz heisst das: Auf T1 genügt die Basisausrüstung. Ab T2 gehören Karte und feste Schuhe dazu. SchweizMobil und die Landeskarte helfen bei der Planung. Tipps für die Kleinsten findest Du bei Wandern mit Kleinkindern.
Prüfe den Wetterbericht, bevor Du packst. Laut SAC erhöhen Gewitter, Schnee, Wind und Kälte das Unfallrisiko stark. Plane deshalb eine Alternativroute ein, etwa mit Alternativen bei Regenwetter. Übrigens steigen die Unfallzahlen nach einem langen Sommer und warmem Herbst (BFU), weil mehr Leute unterwegs sind.
Die Zeit auf den Wegweisern gilt für Erwachsene. Schweizer Wanderwege empfehlen, sie grosszügig zu verdoppeln, inklusive Bachstauen, Snack und Pinkelpause. Der Deutsche Alpenverein nennt als Faustregel das 1,5-Fache. Wir empfehlen 1,5 bis 2: Zeigt der Wegweiser 2 Stunden, plane 3 bis 4. Bei 0- bis 3-Jährigen zählen die Pausen, nicht die Kilometer. Für ab 11-Jährige nennt familienleben.ch oft 8–12 km oder 3–5 Stunden Gehzeit. 500–800 Höhenmeter sind für viele machbar.
Der SAC rät ausserdem: Halte das Rucksackgewicht gering. Steile Abstiege fordern mehr als Aufstiege. Die Schlüsselstelle liegt idealerweise im ersten oder zweiten Fünftel der Tour.
Auf Weiden halte Abstand zu den Tieren und geh nie zwischen Muttertier und Jungtier. Nimm Hunde an die Leine und schliesse Tore wieder.

Wandernation Schweiz: Warum gute Vorbereitung zählt
Familien sind in guter Gesellschaft: 58 % der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren wandern regelmässig, das sind rund 4 Millionen Menschen (Schweizer Wanderwege). Das Wanderwegnetz misst rund 65 000 km, eineinhalb Mal um die Erde. Für den Einstieg lohnen sich die besten Wanderwege für Kinder.
Dichte Infrastruktur heisst aber nicht Risikofreiheit. Das Risiko, schwer zu verunfallen, ist laut BFU insgesamt tief, also kein Grund zur Panik. Doch beim Wandern und Bergwandern sterben jährlich 55 Personen, und mehr als 90 % dieser Unfälle gehen auf einen Absturz zurück (BFU 2025).
Nur 11 % der Wandernden vermuten steiles, exponiertes Gelände als häufigste Ursache schwerer Unfälle. 51 % nennen schlechte Ausrüstung. Gute Ausrüstung hilft, doch das Gelände wird unterschätzt. Nehmt Kinder auf exponierten Abschnitten an die Hand und bleibt auf markierten Wegen. Im weglosen Gelände steigt laut SAC das Risiko für Orientierungsverlust, Absturz und Steinschlag. Zu hohes Tempo und Müdigkeit mindern die Trittsicherheit.
Die Wege begeht man grundsätzlich in Eigenverantwortung. Das Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege verlangt, dass sie «möglichst gefahrlos» begehbar sind. In unseren Familien-Camps sind Kinder ab 8 Jahren mit ihren Eltern unterwegs, etwa im Familien-Multi-Abenteuer-Camp in Champéry (Wallis).

Gut gepackt in die Berge
Gute Schuhe, Schichtenkleidung, Verpflegung und eine Notfallausrüstung mit Karte machen jede Familienwanderung in der Schweiz entspannter. Planen Sie grosszügig Zeit ein und wählen Sie einen Weg, der zu Ihren Kindern passt. So bleibt Raum für Pausen, Spiel und Entdeckungen.
Wenn Sie mit Ihren Kindern ab 8 Jahren mehr Zeit in den Bergen verbringen möchten, begleiten wir Sie gern im Familien-Multi-Abenteuer-Camp in Champéry im Wallis: Familien-Abenteuercamp entdecken.


